29. April 2014

Lost again

Eines vorneweg: Fukuoka ist eine sehr schöne Stadt, aber ab und zu auch verdammt groß. Ich bin nun seit 3 Wochen hier und an jedem Wochenende habe ich versucht zu bestimmten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorzudringen. Aber jedes Mal verlaufe ich mich irgendwie … 

Ob dies nun der Tatsache geschuldet ist, dass ich aus Prinzip keine Karte benutze oder einfach nur zu geizig bin mir eine zu kaufen, sei dahin gestellt. Aber das Endresultat ist, dass ich mich an allen 3 Wochenend-Exkursionen immer verlaufen habe bzw. nicht das gefunden habe, was ich eigentlich gesucht habe. 

Diese Mal (Wochenende 3) wollte ich es anders machen. Einfach eine Richtung einschlagen und sehen wo ich raus komme bzw. was sich Unterwegs alles so finden lässt. 

Gesagt, getan! Soweit auch ganz erfolgreich, kam ich an einem Ende der Stadt an. Hier in den Ausläufern der Stadt wurde die Gegend schon ein wenig bergiger und schön ruhig. Von dem Stress der Stadt war nur noch wenig zu spüren.

Da ich noch Zeit hatte und ein wenig den Berg vor mir erkunden wollte, suchte ich nach einem Eingang. Diesen fand ich auch nach kurzen Suchen. 'Perfekt' dachte ich mir, da der Berg auch nicht so groß aussah. 
 
Ab hier wurde die Sache dann aber doch etwas komisch. Der Weg, den ich in den Berg fand, war … sagen wir mal, eher weniger genutzt aber dafür immer noch „begehbar“. Als ich dann eine Straße fand, die sich den Berg hinauf zu schlängeln schien, war die Sache klar: Auf zum Gipfel! 





Da ich die Straße dann doch etwas zu langweilig empfand, dachte ich mir, einen der vielen Waldwege zu begehen, was sich dann aber doch eher als kleines Abenteuer herausstellte. 
Der Weg an sich war zwar zu 90% immer gut zu erkennen, aber die Pflege des Weges ließ dann doch etwas zu wünschen übrig. 
Jemanden der nicht sportlich aktiv ist, oder Kinder bei sich hat empfehle ich den Weg unter keinen Umständen, da die Steigungen zeitweise sehr übertrieben sind und man sich nirgends wirklich festhalten kann. Dazu kommt dann rechts und links noch der steile Abhang und willkommen im Traum von jedem, der schon immer einmal wissen wollte, ob es einen Laut gibt, wenn man allein einen Abhang herunter stürzt. Scherz bei Seite! Gefährlich war es nicht wirklich, aber es gibt schönere Wanderwege den Berg hinauf. 






Am Anfang dachte ich noch, ich wäre der Einzige, der diesen Weg eingeschlagen hätte, aber fast am Gipfle fand ich einen älteren Mann vor mir, der keineswegs so fertig aussah wie ich mich fühlte. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass ich einfach nicht langsam machen kann und zu dem Zeitpunkt schon 2,5h unterwegs war. Aber ja, alles nur Ausreden. 




Den Gipfel hab ich dann auch noch gefunden, gleich neben einem sehr schönen altem Tempel. Wie sollte es auch anders sein in Japan. Was mir aber wirklich auffiel war, dass der Weg den ich eingeschlagen hatte, einer von vielen war und dazu wahrscheinlich auch noch der Schwerste. 


 
Der Name des Berges ist im Übrigen Ogusukuyama (おぐすくやま / 大城山)




Da ich den Weg auf keinen Fall wieder runter wollte, nicht etwa aus Erschöpfung oder Angst, nein … einfach nur, um einen anderen schönen, flachen, nicht so gefährlichen Weg nehmen zu können, um vielleicht doch noch heile unten anzukommen.

Das war dann an sich mein nächster Fehler!

Jemand wie ich, der sich sonst nie auf Bergen herumtreibt, weiß vielleicht auch nicht, dass diese Dinger viel zu viele Wanderwege haben! Eigentlich folgte ich einem einfachen Schild auf dem "Center" stand, aber irgendwann hörte die Beschilderung mit dem "Center" dann einfach auf und ich bog wohl falsch ab. Das führte führte, dass ich den Berg wieder hinauf ging. 
 
Da ich das aus reinen Zeitgründen vermeiden wollten (und nicht etwa, weil ich so verdammt fertig war), drehte ich um und ja … suchte einen Weg der bergab führte. Zum Glück fand ich auch einen und kam dann doch noch am "Center" an. 



Von hier führen 3 Straßen den Berg hinunter. Da ich keine Ahnung hatte wo ich den Berg raufgemacht bin, nahm ich dann die, die mir am ehesten so aussah, als würde sie Richtung Stadt führen. 



Sagen wir es mal so, von den 3 Straßen nahm ich nicht die Falsche, leider aber auch nicht die Richtige. Was das nun heißen soll, ist folgendes: „Verdammt wo bin ich hier? Warum hab ich Idiot keine Karte von dem Berg? Und warum zum Teufel bin ich schon 3,5h unterwegs?“ 

Die eingeschlagene Straße stellte sich aber nicht als ganz falsch heraus. Trotz allem: Ohne mein Handy und die Navi-App, die ohne Datenverbindung funktioniert, hätte ich sehr alt ausgesehen! 
Ein Taxi vom Berg zu mir hätte mich wohl um die 50,- € bis 60,- € gekostet und eine Bushaltestelle habe ich erst nach 45min Fußmarsch entdeckt. 

Aber ja, nach rund 6h „Erkundungstour“ war ich dann wieder zurück. Mit vielen tollen Bildern vom Berg und seiner Umgebung. Auf zum nächsten Wochenende. Vielleicht kauf ich mir ja auch eine Karte, aber wohl eher nicht, sonst wär es doch langweilig. 

Grüße an alle!

Mehr Bilder findet ihr im Verlauf der Woche HIER 

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